Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

Ich bin ein Stadtteil - Inklusiv nachgefragt

Inklusiv nachgefragt

Wir möchten Ihnen hier gerne Menschen und Angebote vorstellen, die sich für das Thema der Inklusion einsetzen. Unser Ziel ist es, Ihnen als NachbarIn, dass Thema in seiner Praxistauglichkeit näher zu bringen.

Ich bin ein Stadtteil - Inklusiv nachgefragt

Tanzen Inklusiv

Von Christina Marie Bünsow

„Jeder Mensch ist ein Tänzer!" Rudolf von Laban

Mit dem Zitat „Jeder Mensch ist ein Tänzer“ ist etwas ganz Entscheidendes gemeint: Bewegung ist Leben, Leben ist Bewegung und wer sich bewegen kann, hat das Potenzial zu tanzen. Doch in manch einem Kopf löst diese Aussage eine sofortige Verknüpfung mit Leistung aus.

Die Form, das Können, zehn Drehungen und tolle Sprünge oder die berühmte Sensation "der Spagat", sind für einen Großteil der Betrachtenden entscheidend, ob Jemand tanzen kann oder nicht. Doch wer definiert, wo der Tanz beginnt und warum sollten wir die Füße stillhalten und nur weil wir nicht alles perfekt können?

Ich frage mich, wann endlich mal der Fokus in unserer Gesellschaft von der Norm oder dem Ergebnis genommen wird! Wie wäre es, statt der „Alles oder Nichts“- Variante, viele bunte Wege zu finden? Wege, die zum Einen zu Austausch führen und zum Anderen auch den individuellen Farben und Nuancen erlauben nebeneinander und miteinander zu wachsen.

Ganz unabhängig von der äußerlichen Erscheinung der tanzenden Körper, gibt es die Möglichkeit den Fokus nach Innen zu verlagern. Da kann Genuss und Freude  beim Tanzen gespürt werden. Da können wir uns erlauben, nicht unser Äußeres zu bedenken, sondern mal nachspüren, was es noch zu entdecken gibt.

Der Tanz hat jede Menge zu bieten und muss sich nicht ausschließlich einem wertenden Publikum beugen. Der Tanz wirkt als Kunst- und Bildungsform, dient der Selbsterfahrung und sozialer Verknüpfung, sowie vielen weiteren, stärkenden  Prozessen.

Ich betrachte es als eine Möglichkeit, die Menschen im Allgemeinen dazu anzuregen, mehr mit ihren Herzen, als ihren Augen auf TänzerInnen zu schauen und stelle mir selbst die Frage, wie der Tanz inklusiv werden kann, ohne die Beurteilungen oder Erwartungen zu berücksichtigen.

Inklusion bedeutet weder etwas oder jemanden auszugrenzen (Exklusion) noch etwas zu separieren. Inklusion bedeutet für mich eine gemeinsame Struktur zu bauen, welche in sich flexibel ist und daher weder getrenntes integriert noch eine Anpassung an gewünschte Formen und Ziele erzwingt. Es bedeutet aber auch flexibel genug zu bleiben, dass die Struktur den Bedürfnissen und Möglichkeiten Raum gibt.

Wo liegen also die Schwierigkeiten in der Berührung von Tanzkursen und Inklusion? Wenn der Unterricht weder exklusiv behindertengerecht aufgebaut ist, sondern ein Fundament ebnet, wo jede/er teilnehmen kann, gilt es darum unterschiedliche Fähigkeiten unter einen Hut zu bringen.

Überfordert, Unterfordert und unterschiedliche Welten in einem Raum verbinden - Wie geht das? Der Druck ist hoch für TanzlehrerInnen, die diese Brücke bauen möchten. Doch welcher Druck steckt dahinter und woher kommt er? Die Befürchtung der LehrerInnen ist es, für eine entmutigende Erfahrung die Verantwortung zu tragen und mit dem Konzept der Inklusion gar das verstärkte Gefühl einer Exklusion auszulösen. Zudem ist Inklusion im Tanz noch nicht so weit verbreitet und das bedeutet weniger Schulungsmöglichkeiten der DozentInnen, kaum Hilfestellungen und auch keine „fertigen Konzepte“ mit langjährigen Erfahrungen. Wer sind meine AnsprechpartnerInnen und wie kann sich ihre Kompetenz auf mein Fachgebiet übertragen lassen?

Was sind Problematiken, die auf Grund einer Beeinträchtigung auftauchen können und wo gehen die Schwierigkeiten, bei allen gleichsam, lediglich auf den Prozess im Unterricht zurück und sind somit fernab einer Behinderung zu betrachten? Allgemeine Erfahrungen und das Interesse für den Tanz können Kriterien für eine Blockade sein und diese können demnach auch Schritt für Schritt gelöst und überwunden werden.

Ich denke, dass wir es deutlich leichter hätten, harmonische Wege und Möglichkeiten zu entdecken, wenn der Druck von außen und der in unseren Köpfen kleiner wäre: Wenn nicht gleich etwas falsch ist, nur weil jemand aus der Reihe tanzt und wir mehr fühlen und weniger bewerten würden!

Ich bin ein Stadtteil - Inklusiv nachgefragt

Tanzen (inklusiv)

Das Interview, wurde im Rahmen des Talentcampus, in der Jever Neun, durch eine externe

Fachkraft durchgeführt. Christina Bünsow, hat hierauf noch einen eigenen

Text verfasst,  der als nächstes hier erscheint. 

Wie bist Du zum Tanzen gekommen?

Ich habe schon als Kind sehr gerne getanzt und Musik gehört. Es hat mir schon immer Spaß gemacht, vor anderen aufzutreten. Mit 15 Jahren habe ich dann das erste Mal an einem Streetdance-Kurs teilgenommen. Meine große Leidenschaft brachte mich schließlich dazu, in einem Jugendhaus „Tanzen“ zu unterrichten und mit 19 Jahren professionellen Bühnentanz und später Tanzpädagogik zu studieren.

Was ist die besondere Herangehensweise des „inklusiven Tanzens“?

Es gibt im Kontext Inklusion kein „Rezept“ und keine klassische „Anleitung“. Es geht meiner Meinung nach darum, individuell und instinktiv vorzugehen. Gerade beim inklusiven Tanzen steht im Vordergrund, dass alle Interessierten, ob mit oder ohne Behinderung, gleichermaßen teilhaben können. Dabei ist es unwichtig, Tanzschritte perfekt auszuführen, sondern einfach nur Spaß zu haben.

Welchen inneren Konflikt hast Du bei dem Thema „inklusives Tanzen“?

Ich liebe die Ausdrucksweise des Tanzens in seiner Kunstform als solches. Dem gegenüber steht das therapeutische Tanzen. Inklusives Tanzen steht meiner Ansicht nach zwischen beiden Tanzformen. Ich stelle mir immer wieder die Frage, wie ich in meinem Unterricht beide Formen unter einen Hut bringen kann, ohne zu unter- oder überfordern. Das ist mein persönlicher innerer Konflikt. Meine Philosophie ist,, allen Kindern gleichermaßen zu vertrauen und nichts unversucht zu lassen. Damit bin ich bisher eigentlich immer sehr gut gefahren und habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder mit Beeinträchtigung große Erfolge haben, wenn man es Ihnen auch zutraut.

Welche Chancen siehst Du im Bereich Inklusion?

Das Thema Behinderung ist äußerst sensibel und historisch vorbelastet. Es liegt daher noch ein langer Weg vor uns, bis das Thema gesellschaftlich vollkommen akzeptiert ist. Es ist daher wichtig, das Thema sensibel anzugehen und Geduld für den Prozess zu haben. Bildung, Austausch und Kontakt, z.B. über das Tanzen, sind der Schlüssel.

Was ist Dein größter Erfolg in Deiner bisherigen Berufspraxis als Tanzpädagogin?

Ich freue mich darüber, wenn es mir als Künstlerin gelingt, den Unterricht so zu gestalten, dass er für alle in der Gruppe gleichermaßen tragbar ist. Es ist wichtig, die Kinder da abzuholen, wo sie stehen und den Spaß an der Sache im Blick zu haben.

Offenes Angebot „Tanzen (inklusiv)“ Freitag ab 16:00 Uhr

Für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahre mit und ohne Behinderung. Wer Spaß an der Bewegung des eigenen Körpers zu cooler Musik hat, ist hier genau richtig.


Kursleiterin: Christina Bünsow (Bühnentänzerin, Tanzpädagogin)

Jugend- und Familienzentrum Jever Neun
Jeverstraße 9
12157 Berlin

Ich bin ein Stadtteil - Vorgestellt - Inklusiv nachgefragt

Thorsten Holzapfel - Mitglied beim Theater Thikwa und Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst

Thorsten ist 53 Jahre alt, wohnt in Wedding und arbeitet im Theater Thikwa, wo er vormittags verschiedene Theaterangebote besucht und nachmittags als Künstler  bei  der Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst tätig ist. Im Rahmen des Talentcampus in der Jever 9 gestaltet Thorsten mit einem Kollegen die ganze Woche einen Kunstworkshop für Kinder und Jugendliche. Die anderen Gespräche, mit dem Künstlerteam, stellen wir in den nächsten Tagen noch ein.

Wie bist du dazu gekommen beim Talentcampus das künstlerische Angebot zu gestalten?

Thorsten: Ich arbeite im Thikwa und mache da Bilder. Und da wurde ich gefragt, ob ich das machen möchte. Dafür hätten sie auch jemand anderes fragen können, aber sie haben mich gefragt und ich wollte das gerne machen und hab sowas woanders auch schon mal gemacht.

Gefällt dir die Arbeit hier mit den Kindern und Jugendlichen?

Thorsten: Ja, sehr. Das mit den Kindern könnte ich mir auch für immer vorstellen. Ich würde das gerne öfter machen, auch mit älteren Leuten.

Wie findest du es, dass es hier einen Ort in der Nachbarschaft gibt, wo jeder hingehen, mitmachen und sich beteiligen kann?

Thorsten: Gut. Die Kinder haben eine Aufgabe und Spaß und Freude. Das hilft, dass sie nicht auf falsche Gedanken kommen. Mir gefällt das gut, alle kommen zusammen und machen schöne Sachen.

Gibt es solche Angebote auch bei dir in der Nachbarschaft? Würdest du dir solche Angebote auch für deine Nachbarschaft wünschen?

Thorsten: Sowas habe ich bei mir noch nicht gesehen. Es wäre toll, wenn es das auch bei mir gäbe, dann könnte ich was mit Senioren machen. Zum Beispiel Leierkasten spielen, das mache ich gerne. Oder auch wie mit den Kindern was als Künstler machen. Das macht eigentlich allen Spaß und ich habe gemerkt, dass daran viele Freude haben.

Findest du es wichtig, dass alle Menschen einen Ort haben, an dem sie gemeinsam etwas machen und gestalten können? Wenn ja, warum?

Thorsten: Man braucht Austausch und Kooperation, damit die Leute keine Vorurteile mehr haben. Es ist wichtig, dass alle Menschen, egal wie alt, welche Nationalität oder Eigenheit, zusammen Freude haben. So können alle gleichberechtigt und auf Augenhöhe leben.


Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst

Künstler: Thorsten Holzapfel

thikwa.de/werkstatt/torsten_holzapfel.html

Fidicinstrasse 3
10965 Berlin

 

ich bin ein Stadtteil - vorgestellt - inklusiv nachgefragt

Nico beim Talentcampus

Heute hatten wir die Möglichkeit Nico zu interviewen. Er engagiert sich bei Thikwa und hat heute beim TalenCAMPus einen Kreativ-Workshop angeleitet.

Du bist heute für Thikwa hier in der Jever 9. Was macht Thikwa?

Bei Thikwa gibt es drei Bereiche: den handwerklichen, den bildnerischen und den schauspielerischen Bereich. In allen Bereichen werden wir gefördert. Das ist gut, weil ich Herausforderungen brauche. Sonst würde mir schnell langweilig werden.

Wer kann bei Thikwa mitmachen?

Es können alle mitmachen, die zwei Voraussetzungen erfüllen: Du musst zum einen älter als 18 Jahre alt sein und du solltest ein Defizit haben – musst du aber nicht.

Was ist das Besondere bei Thikwa?

Thikwa bietet etwas, was es sonst nirgendwo gibt: Jede*r, der oder die zu uns kommt, hat eine andere kreative Vorstellung, von dem was wir machen. Das Besondere ist, dass wir all diese Vorstellungen zusammenbringen.

Was bedeutet Inklusion bei euch?

Inklusion heißt, dass bei uns alle alles machen können. Nicht nur Schauspiel. Wir beschäftigen uns auch motorisch und handwerklich.

Was bedeutet dir Thikwa?

Ich bin seit über 11 Jahren bei Thikwa und wenn ich nicht krank bin, komme ich jeden Tag. Mir ist das sehr wichtig, denn ich bin immer auf der Suche nach Herausforderungen.

Was war dein schönster Moment beim Schauspiel?

Es gibt kleine Glücksmomente. Es wird ja gesagt, dass man nach der ersten Aufführung euphorisch ist oder sein sollte. Aber für mich war die Kunst, ruhig zu bleiben.

Vielen Dank für deine Zeit, Nico!


Nico ist seit „11,5 Jahren und 23 Tagen bei Thikwa“ und kommt aus Friedenau. Thikwa’s Sitz ist zwar in Kreuzberg, aber sie sind immer wieder hier im Stadtteil für unterschiedliche Projekte unterwegs. Über Vorlesen, Krativwerkstatt oder Schauspiel wird vieles geboten. Sie freuen sich über Anfragen und können gern gebucht werden.

Ich bin ein Stadtteil - Vorgestellt - Inklusiv nachgefragt

Inklusiv nachgefragt - Thikwa Werkstatt für Theater und Kunst

Das Gespräch wurde, von einer externen Fachkraft, während des Talentcampus  mit Susann Bachmann geführt.

Wie bekommt man einen Job bei Thikwa?

Wie auf dem ersten Arbeitsmarkt, durchlaufen die potentiellen Künstler und Künstlerinnen ein Bewerbungsverfahren. Nach dem ersten Vorstellungsgespräch folgt ein Praktikumstag und eine Praktikumswoche. Wie Luis es lachend ausgedrückt hat: „Das ist kompliziert“ (Luis, Mitarbeiter bei Thikwa). Die Werkstatt hat Platz für 44 Mitarbeiter*innen.

Womit beschäftigen sich die Künstler*innen?

Thikwa ist eine anerkannte Werkstätte für Menschen mit Einschränkung. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen liegt der Fokus auf künstlerischem Ausdruck. Gelehrt und praktiziert wird Schauspiel, Tanz, Malerei, Plastik, Grafik und Handwerk. Alle Personen gehörten zu einem großen Ensemble, Theater Thikwa. Durchschnittlich steht jede Person mindestens einmal pro Jahr auf der Bühne.

Wie verhält es sich mit der Geschichte?

1988 hat diese Werkstatt als Modellversuch begonnen. Thikwa ist die erste bundesdeutsche Werkstatt für Menschen mit Behinderung die für ihre künstlerische Professionalisierung anerkannt wurde.

Worin zeigt sich der inklusive Schwerpunkt der Werkstatt?

„Es ist für alle wichtig, sich in ihrer Kunst ernst genommen zu fühlen“ (). Unter diesem Blick nehmen die Künstler*innen an öffentlichen Kunstwettbewerben und Ausschreibungen teil. In der Teilhabe am Wettbewerb ist es für die Mitarbeiter*innen möglich sich auf Augenhöhe mit Personen ohne Einschränkung durch ihren künstlerischen Ausdruck zu messen und zu positionieren.

Thikwa Werkstatt für

Theater und Kunst                                Nordberliner Werkstätten

Susann Bachmann                               Frau Ücker

Fidicinstrasse 40                                    Triftstraße 36,
10965 Berlin (Kreuzberg)                  13127 Berlin

 030 614 64 67                                          030 4747940

Inklusiv nachgefragt - Ich bin ein Stadtteil

Grundschule & Hort am Stadtpark Steglitz – und ihr inklusiver Lernraum

Das Projekt Ich bin ein Stadtteil, stellt Ihnen regelmäßig,  eine Person oder Institution aus dem Sozialraum Friedenau – Steglitz vor. Wir möchten Ihnen so einen Einblick in das Leben und dem Wirken von NachbarInnen geben, die alltäglich sich mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen.

Die Fragen beantwortet uns Frau Schuler, Leiterin des Hortes der Grundschule am Stadtpark Steglitz.

Sie haben an Ihrer Grundschule am Stadtpark Steglitz, im Ganztagsbereich, einen besonderen Raum für die inklusive Arbeit eingerichtet. Stellen Sie den Raum uns kurz vor?

Der Raum für unsere kleine Lerngruppe ist ca. 15 qm groß, mit hellen Holzflächen ausgestattet und lädt mit seiner reizarmen Ausstattung zum Arbeiten ein.

Die großzügige Raumhöhe mit entsprechend hohen und breiten Fenstern ermöglichen ideale Lichtverhältnisse, die angenehm auf die Lern- und Gesprächssituation wirken.

In unserem Raum befinden sich ausgewählte Spiele die Merkfähigkeit, Ausdauer, Konzentration und Kreativität fördern.

 

Welche Ausgangsituationen müssen Sie bei den Kindern in Ihrer Arbeit berücksichtigen?

Durch die enge Vernetzung mit Klassenlehrer*in, Schulstation, Eltern und Bezugserzieher*innen sind wir über die aktuellen Besonderheiten unserer Kinder gut informiert und eine individuelle Förderung ist möglich.

Zur Zeit verfügen wir über vier Integrationserzieher*innen, in unserem Dienstplan zweckgebunden für alle Mitarbeiter*innen ersichtlich, die in der Integrationsarbeit tätig sind.

 

Wie nutzen Sie den Raum dafür in der Arbeit mit den Kindern?

Die besonderen Kinder dürfen sich Gastkinder dazu einladen, um die vielfältigen Möglichkeiten in der kleinen Lerngruppe zu nutzen.

 

Welche Erfahrungen können Kinder bei ihnen in der inklusiven Lernsituation machen?

 

Die Kinder haben hier die Möglichkeit, sich im geschützten Rahmen frei zu entfalten und ihre individuellen Fähigkeiten zu entwickeln.

 

 

Wirkt die inklusive Einrichtung in das umliegende Stadtumfeld?

Unsere langjährige, kompetente Integrationsarbeit ist im Umfeld bekannt. Wir erhalten regelmäßig Anfragen zum fachlichen Austausch und sind häufig mit Hospitationswünschen bedacht.

 

 

Hort am Stadtpark

Hortleiterin: Petra Schuler

Karl-Stieler-Str. 10-11
12167 Berlin

Telefon 030 - 93 95 34 25
ev.hortamstadtpark(at)dwstz.de

 

 

Grundschule am Stadtpark Steglitz

 Schüler: 513

Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf: 25

Schulleiter:   Matthias Meyer

Karl-Stieler-Str. 10-11
(gegenüber vom Markus-Platz)
12167 Berlin

030 93951947

 

Ich bin ein Stadtteil/ Inklusiv nachgefragt

EbE - Eltern beraten Eltern

Inklusion nachgefragt

 Wir stellen Ihnen regelmäßig,  eine Person oder Institution aus dem Sozialraum Friedenau – Steglitz vor. Wir möchten Ihnen so einen Einblick in das Leben und dem Wirken von NachbarInnen geben, die alltäglich sich mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen.

 Nachgefragt haben wir bei:

 Eltern beraten Eltern ( EbE) von Kindern mit und ohne Behinderung e.V.

 Aus welchen Gründen kommen Eltern zu Euch in die Beratung?

 Häufige Themen der Eltern, die zu uns kommen, sind Fragen und Anliegen rund um Unterstützung, Vernetzung, Freizeitangebote, Informationen zu Pflegeleistungen, Schwerbehindertenausweis, Kita, Schule, Inklusion, Arbeit, Wohnen. Es kommen auch Fachkräfte, die in Einrichtungen mit Familien/Kindern mit Behinderungen arbeiten, auf uns zu.

 Was ist Eure persönliche Motivation für Eure Arbeit bei EbE?

Wir sind vier Mütter von Kindern mit Beeinträchtigung, d.h., die Themen der Eltern und Fachkräfte, die auf uns zukommen, betreffen uns häufig unmittelbar. Der Verein EbE entspringt der Selbsthilfe, sodass Beratungen und Hilfsangebote immer auch auf der eigenen Erfahrung fußen.

 Wo erfahrt ihr in Eurer Arbeit eine Wirksamkeit (Könnt ihr uns ein Bsp. geben)?

Im Laufe der Jahre haben wir ein großes Netzwerk sowohl mit Eltern als auch mit fachlichen Kooperationspartnern knüpfen können. So ist es möglich, bei diversen Anliegen Wege für unsere Familien abzukürzen, was häufig eine große Entlastung darstellt. Darüber hinaus bekommen wir tatsächlich sehr oft positive Feedbacks von Familien, was uns total freut.

Wie versteht ihr aus Eurem Arbeitskontext den Begriff der inklusiven Nachbarschaft?

Unser Vereinsselbstverständnis basiert auf dem Anspruch, Teilhabe von allen Menschen in allen Bereichen erreichen zu wollen. Dies bedeutet natürlich auch, dass Menschen voneinander wissen, sich gegenseitig unterstützen und individuelle Lösungen finden. Insbesondere für Familien aus unserem Netzwerk sind kurze Wege im Alltag unheimlich wichtig – was die Bedeutung von inklusiver Nachbarschaft absolut unterstreicht.

Wie viele Menschen betreut Ihr im Umkreis der Stadtteile Friedenau und Steglitz?

Wir betreuen keine Familien, sondern beraten immer punktuell bei Bedarf. Es kann sein, dass eine Familie mehrfach auf uns zukommt oder sich nur ein einziges Mal an uns wendet. Wir beraten zwar berlinweit, insgesamt kommen aber etwa 60% der ratsuchenden Personen aus den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf.

Kontakt:

EBE, Holsteinische Straße 30/ Ecke Fregestraße, 12161 Berlin (Friedenau), Tel.: 030-82 16 711, Fax: 030-89 74 78 34, Bürozeiten Täglich von 9 – 13 Uhr

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Bunt verbindet - Aktionstag am 3.5.2019 am Rathaus Steglitz - Zehlendorf

Wir fragten die TeilnehmerInnen der Veranstaltung: Was braucht eine inklusive Nachbarschaft? Ihre Tipps und Ideen waren

  • Rollstuhlgerechte Wohnung - für anerkannte Rollstuhlfahrer
  • nette Leute - Räume, Treffpunkte, Kaffee Restaurant, Ärzte
  • Füreinander da sein Jung+Alt
  • Mobil sein auf allen Wegen, sich auf der Straße ansprechen
  • Offenheit - im aufeinander zugehen -erfordert näheres Interesse am Nachbarn -für ALLE - Barrierefreiheit – Verständnis für Toleranz
  • andere nicht bewerten, vorurteilsfrei
  • größere Schrift auf Schildern, Hausnummern standardisierte Gestaltung
  • Räumliche Nähe von Menschen mit- und ohne Beeinträchtigungen
  • Platz und Raum zur Begegnung aufmerksame Nachbarn
  • Hilfsbedürftigkeit im Alter- familiäres freundschaftliches sonstiges Netzwerk vorhanden
  • ebenerdige Dusche
  • öfter mal etwas ausborgen/ verleihen (Milch, Mehl, Fahrrad...)
  • Tauschbörse für kleinere Dienste z.B.: Einkauf, Sparziergang
  • Miteinander ins Gespräch kommen - Gesprächsanlässe schaffen – z.B.: Blinde erzählen aus ihrem Leben 
  • Menschen direkt ansprechen und Lächeln nicht vergessen - Gelegenheiten zum spontanen Gespräch nutzen!
  • Inklusive Nacbarschaft braucht Räume für Begegnungen → z.B.: das CAFE inklusiv der, Bürgerstiftung Steglitz – Zehlendorf!
  • Rücksichtnahme und Respekt-volles Miteinander
  • Empathie
  • Abgesenkte Boardsteine um sich aufeinander zu bewegen zu können - frei und selbstständig
  • Zuerst gibt es Menschen, dann muss die passende Aufgabe gefunden werden nicht umgekehrt!!Immer wieder neu (als Fachkräfte und Nachbarn) Ansätze hinterfragen
  • Betroffene zu befragen & als Normal zu sehen & Bilder Vorstellungswelten beiseite zu lassen
  • gutes Netzwerk
  • Bürgersteige ohne Kopfsteinplaster
  • Pinnboard für Infos z.B. über gemeinsame Aktionen barrierefreie Zufahrt
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Wohnen gegen Hilfe

Wir danken für die Beiträge: Uwe Netzel BVV Steglitz Zehlendorf, Regina Vollbrecht, Gisela Moltrecht, Hildegard Josten-Frauenbeauftragte Steglitz-Zehlendorf, Anke Umer, Elmar Krause, Ruth Lewin, Ingrid Hancke, Thomas Kroß, Cherie Janine Duncan, Karst Sengelmann, Sabine Lamerbertius, Pflegestützpunkt Albrechtstr., Uwe Flamme, Carsten W., Karin Lau, I. H., Britta Führer, Monika Maraun - EUTB Stadtteilzentrum Steglitz, Alice Franken, Manuela Meyer, Juliana Kölsch - Vorsitzende des Sozialausschußes, Angelika MCLarren - Bürgerstiftung Steglitz- Zehlendorf und den anderen Beiträgen von NachbarInnen und KollegInnen ohne Foto 

Ich bin ein Stadtteil - Zitat

Inklusiv nachgefragt

"Man braucht Austausch und Kooperation, damit die Leute keine Vorurteile mehr haben. Es ist wichtig, dass alle Menschen, egal wie alt, welche Nationalität oder Eigenheit, zusammen Freude haben." T. Holzapfel